Es gibt gute Neuigkeiten für alle Studio-Kunden, die ungern Bargeld mit sich tragen oder es nicht mehr geschafft haben, vor dem Shooting einen Bankautomaten aufzusuchen: Seit neuestem können Shootings, z.B. das Bewerbungsfoto anstatt in Bar oder auf Rechnung direkt mit Karte bezahlt werden. Wenn sie eine Karte der folgenden Anbieter haben, ist eine Kartenzahlung möglich: MasterCard, Visa, American Express, Maestro, V pay, Electron und JCB.

Disclaimer: Ich werde von iZettle für diesen Artikel nicht bezahlt und erhalte auch sonst kein Candy.

Hintergrund

Im Grunde ist mit der Einleitung alles für den Kunden relevante gesagt, aber ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um etwas über den Hintergrund zu schreiben und warum ich mich für iZettle entschieden habe. Spätestens wenn der zehnte Kunde kein Bargeld dabei hat und man eine Rechnung ausdruckt oder per E-mail versendet, spielt man mit dem Gedanken, Bargeldlose Zahlungen anzunehmen. Ich denke, dass viele Dienstleister und Einzelhändler früher oder später an diesem Punkt ankommen. Ob es dann einen Schritt weitergeht hängt meiner Einschätzung von zwei Faktoren ab: Laufende Kosten eines Kartenterminals und Anzahl der Kaufumsätze. Mit anderen Worten: Lohnt es sich? Lohnt es sich, monatlich Betrag x über eine Laufzeit y auszugeben, wenn man am Ende so oder so sein Geld erhält? Im Warenverkauf kann diese Frage in den meissten Fällen mit Ja beantwortet werden — bei Dienstleistungen wie der Fotografie ist es nicht so eindeutig, besonders wenn man kaum Durchgangsverkehr hat (bei mir gibt es Fotoshootings nur auf Termin).

Lange Recherchen im Vorfeld

Im Vorfeld habe ich mich nach verschiedenen Zahlungsanbietern umgesehen und auch deren “Branchenlösungen” beleuchtet, wenn auch nicht alle im Detail. Zuletzt ging ich dann zu meiner Hausbank, mit der Bitte um entsprechende Informationen. Das Ergebnis waren zwei Angebote: Ein drahtloses Terminal und ein stationäres Terminal (H5000, überall präsent) — beides zum monatlichen Preis von 25 EUR bei einer Laufzeit von 60 Monaten. Hinzu kommen noch Transaktionsgebühren bei jeder Buchung. Ich fand das ganz schön teuer und verwies auf Angebote von Mitbewerbern, welche günstiger waren. Netterweise kam mir die Bank entgegen und bot mir das stationäre Terminal für monatlich 20 EUR an. Fassen wir also zusammen: 20 EUR x 60 Monate Laufzeit = 1200 EUR — nur für die Bereitstellung des Terminals. Man braucht nicht viel Vernunft um zum Schluss zu kommen, dass dies im Falle eines Fotografen ohne Verkaufsabteilung totaler Schwachsinn ist. Diese Ansicht teilten lustigerweise auch meine Gattin sowie eine befreundete Bankerin, die mir unmissverständlich zu erkennen gab, dass ich die Finger davon lassen sollte.

Fazit: Mist.

Eine Mögliche Lösung: iZettle.

Ganz ohne die Möglichkeit von Kartenzahlungen? Das gefiel mir nicht so sehr. Ich hatte bisher keine Zahlungsprobleme mit Privatkunden — oft werden die Rechnungen binnen einer Woche überwiesen — doch einen Hauch Extraservice anzubieten ist erstrebenswert (Stichwort: Unique Selling Points). Also suchte ich weiter und bin beinahe zufällig auf die Sparte der mobilen Zahlungsanbieter gestossen. Diese bieten Kartenterminals an, welche via Smartphone oder Tablet betrieben werden. Nach dem lesen einiger Tests und einer kurzen Abwägung der Risiken entschied ich mich für iZettle. Kurze Zusammenfassung: Keine Mindestlaufzeit. Keine Grundgebühren. Kartenterminal in der Basisversion (“Lite”) gratis. Transaction-Fee: 0,95% bei EC Karten.

Fazit: Unschlagbar.

Einrichtung = Easy Beasy.

Man muss gar nicht so viel über dieses Thema schreiben. Insgesamt war der Zeitaufwand für die Einrichtung des iZettle-Kontos und Bestellung des Kartenterminals sehr gering. Viel geringer als das Schreiben dieses Artikels. Sobald das Kundenkonto angelegt ist, kann mit dem Anlegen der Produkte begonnen werden. Für jedes Produkt gibt es die Möglichkeit, Variationen anzugeben sowie ein Produktfoto hochzuladen. Mehrwertsteuersätze, Produktordner oder Mitarbeiter lassen sich allesamt bequem online einrichten. Der nächste Schritt ist die Einrichtung der kostenlosen App. Hierzu wird diese über den Google Play oder App Store runtergeladen. Einmal gestartet erfolgt der Login — keine 5 Sekunden später sind alle Produkte und Einstellungen synchronisiert. Es fehlt also nur noch das Kartenterminal. Die Lieferung hat bei mir zwei Werktage gedauert. Die Verpackung enthält das eigentliche Terminal, Micro-USB Ladekabel (eine Ladung reicht für 100 Transaktionen) sowie das Verbindungskabel zum Smartphone oder Tablet.

Achtung Android User!

An dieser Stelle muss ich eine Warnung an Android Nutzer aussprechen: Das Lite-Terminal wird zur Zeit nur von sehr wenigen Geräten unterstützt und meines ist leider noch nicht dabei. Einfacher haben es Apple User, hier läuft es scheinbar überall. Ich habs kurz am iPad Air 2 getestet – keine Probleme. Eine Liste der unterstützten Geräte kann auf den Supportseiten von iZettle eingesehen werden.

Weitere Informationen zu den iZettle Produkten und die kostenlose Anmeldung finden sie auf der iZettle Webseite.